Wasserstoffperoxid 30% stabilisiert    H 2 O 2   aq.

  

O    brandfördernd          C    ätzend      


klare Flüssigkeit 

natürliche Vorkommen:
bei Enzymreaktionen der Lebewesen
RS-Sätze: 
R 34 , S 3 - 28.1 - 36/39 - 45
Entsorgung: G 4
MAK: 1 ml/m 3

MG (reines H 2 O 2 ): 34,01 g/mol
Dichte (30%-ige Lösg.): 1,12 g/cm 3  
Wasserlöslichkeit (sauer):
in jedem Verhältnis mischbar

Eigenschaften:
Reines, wasserfreies Wasserstoffperoxid ist eine wasserklare Flüssigkeit, die bei Erwärmung und vor allem in Anwesenheit von Schwermetall-Verunreinigungen spontan explodieren kann. Aufgrund dieser Eigenschaft wird sie im Handel mit Wasser verdünnt angeboten. Die handelsübliche 30%-ige Lösung zerfällt unter Licht- und Wärmeeinwirkung in Gegenwart geringfügiger Verunreinigungen, z.B. von Staub, oder von Laugen zu Wasser und Sauerstoff :

2 H 2 O 2      2 H 2 O  +  O 2     D H = - 98,3 kJ/mol

Durch Katalysatoren wird der Zerfall ebenfalls beschleunigt. Daher werden Stabilisatoren wie Natriumphosphat oder Phosphorsäure zugesetzt, die diesen Zerfall verhindern. Auf Kaliumpermanganat und Chlorkalk wirkt es reduzierend, die meisten anderen Stoffe werden durch Wasserstoffperoxid oxidiert, z.B. schweflige Säure zu Schwefelsäure oder Alkohole zu Aldehyden.

Aufgrund seiner Eigenschaften sollte im Schullabor nur stabilisiertes Wasserstoffperoxid lichtgeschützt und an einem kühlen Ort aufbewahrt werden!

Herstellung:
Die erstmalige Synthese gelang dem französischen Chemiker Louis-Jacques Thénard im Jahre 1818 als er Bariumperoxid mit Schwefelsäure versetzte:  

BaO 2   +  H 2 SO 4   ----->  BaSO 4   +  H 2 O 2

Heute wird Wasserstoffperoxid in der Technik nach dem Anthrachinonverfahren hergestellt.

Verwendung:
Zur Herstellung von Waschmitteln (sauerstoffaktive Perborate zum Bleichen); zum Bleichen von Papier, Zellstoff, Holz, Textilien und zum "Blondieren" von Haaren; als Rohstoff für weitere Produkte wie Glycerin , Weichmacher, Peroxide und Epoxide; zur Abwasser- und Trinkwasserreinigung, auch in Schwimmbädern; in der Medizin als Desinfektionsmittel; früher auch als Raketentreibstoff, z.B. in der V2-Rakete oder als U-Boot-Treibstoff.