Methanallösung (Formaldehydlösung)    HCOH  aq.


T   giftig
krebserzeugend Kat. K3!
Hautresorption möglich!
evt. auch Allergiebildung!

farblose Flüssigkeit




Vorkommen:  
in geringen Mengen
im menschlichen Stoffwechsel
RS-Sätze: R 23/24/25 - 34 - 40 - 43 ,
S 26 - 36/37/39 - 45 -51
Entsorgung: G 1
MAK: 0,5 ml/m 3
MG: 30,03 g/mol (Formaldehydgas)
Dichte: 1,09 g/cm 3 (36,5%-ige Lösung) 
Schmelztemperatur: -117 °C (Gas) 
Siedetemperatur: -19 °C (Gas) 
Wasserlöslichkeit: 1 l Wasser löst
ca. 400 l Formaldehydgas 
andere Löslichkeiten: Ethanol, Ether 
Explosionsgrenze: 7- 72 Vol.-% (Luft)


Eigenschaften:
Im reinen Zustand ist Formaldehyd ein farbloses, stechend riechendes Gas, das etwas schwerer als Luft ist. Die Dämpfe reizen Augen und Schleimhäute. Der Kontakt mit der wässrigen Lösung führt zu Verätzungen, außerdem ist eine Ekzembildung möglich. Formaldehyd steht im Verdacht, Allergien und auch Krebs auszulösen. Beim Verschlucken treten schwere innere Verletzungen auf, die tödliche Dosis liegt bei 10-20ml konzentrierter Formaldehydlösung. 

Formaldehyd ist ein gefährlicher Arbeitsstoff !

Formaldehydgas ist brennbar, Gemische mit Luft sind explosionsfähig. Im Handel befindet sich eine etwa 37%-ige Lösung von Formaldehyd in Wasser, die meist mit 10% Methanol zur Stabilisierung vermengt ist. Enthält die Lösung geringe Mengen an Verunreinigungen, neigt sie zur Polymerisation. Aus diesem Grunde polymerisiert nicht stabilisierte Formaldehydlösung allmählich zu Paraformaldehyd: 

Formaldehyd und alle anderen Aldehyde sind für eine Vielzahl von chemischen Reaktionen zugänglich. Davon sollen nur zwei herausgegriffen werden: Durch Anlagerung von Wasserstoff an Formaldehyd kann der primäre Alkohol Methanol hergestellt werden: HCOH + H 2 -----> CH 3 OH. Mit Ammoniakgas bildet Formaldehyd Hexamethylentetramin, einen sechswertigen Alkohol, der mit Nitriersäure zu dem hochbrisanten Sprengstoff Hexogen weiterverarbeitet werden kann.

Herstellung:
Im Labor können kleinere Mengen von Formaldehyd mit oxidiertem Kupfer hergestellt werden. Taucht man z.B. ein oxidiertes Kupferdrahtnetz in ein Reagenzglas mit Methanol wird das Kupferoxid des Drahtnetzes wieder zu reinem Kupfer reduziert, während das abgegebene Sauerstoffatom zuerst eine instabile Zwischenverbindung bildet und dann unter Wasserabspaltung Methanal entsteht:

Reduktion:          CuO           ----->      Cu     +  1/2O 2
Oxidation:  1/2O 2 + CH 3 OH  ----->  HCOH  +   H 2

Die technische Herstellung erfolgt heute hauptsächlich durch Dehydrierung von Methanol mit Luftsauerstoff an einem Silberkontakt bei etwa 600°C nach obiger Reaktionsgleichung. Man gewinnt eine etwa 40%-ige Formaldehydlösung, die mit 8-10% Methanol vermischt ist.

Verwendung:
Hauptsächlich zur Herstellung von Kunststoffen (z.B. Kunstharze, Aminoplaste); Herstellung von Düngemitteln; zur Synthese zahlreicher organischer Verbindungen z.B. Hexamethylentetramin und Pentaerythrit (Rohstoffe für Sprengstoffe), Fuchsin und andere Farbstoffe; die Verwendung als Konservierungsmittel in Shampoos und Duschbädern ist umstritten; in Holzharz-Leimen als Phenol-Formaldehydharz (daher geben verleimte Hölzer wie Spanplatten oder Sperrholz Formaldehyd an die Raumluft ab).